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Encyclopaedia of IslamDie Encyclopaedia of Islam ist das autoritative Nachschlagewerk für die Islamwissenschaft.
Die einzelnen Artikel sind von namhaften Islamwissenschaftlern aus verschiedenen Ländern geschrieben und mit Namen gezeichnet. Sie stellen den gegenwärtigen Stand der Forschung dar. Die Encyclopaedia of Islam ist das umfassende Standardwerk zu allen Fragen der islamischen Religion und Kultur sowie der arabischen Literatur der islamischen Welt.
Die Encyclopaedia of Islam ist in erster Linie für die orientalistische Fachwelt konzipiert und deshalb für Fachfremde relativ schwer zu benutzen.
Die Encyclopaedia of Islam ist bereits in zweiter Auflage erschienen. Die erste Auflage in vier Bänden, kurz auch EI1, aus den Jahren 1913 bis 1938 erschien noch in den drei Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch (Enzyklopaedie des Islam), die zweite elfbändige Ausgabe, kurz EI2, mit Zusatzbänden von 1960 bis 2002 nur noch in Englisch und Französisch.
Literatur
- Martin T. Houtsma et.al. (Hrsg.): Enzyklopädie des Islam. Brill, Leiden 1913 - 1938, Bd. 1 - 4 + Erg.-Bd.
- The encyclopaedia of Islam. New edition. Brill, Leiden [u.a.] (Französische Ausgabe: Encyclopédie de l'Islam.)
Kategorie:Islamische Literatur
Kategorie:Lexikon, Enzyklopädie
Kategorie:Literatur (Englisch)
Kategorie:Literatur (Französisch)
Kategorie:Literatur (Deutsch)
IslamwissenschaftDie Islamwissenschaft (veraltet: Islamistik, gelegentlich auch Islamkunde) ist die Lehre vom Islam, seiner heiligen Schrift, dem in arabischer Sprache verfassten Koran, der islamischen Kultur und Geschichte, dadurch eng mit der Arabistik verbunden und Teil der Orientalistik.
Islamwissenschaftler werden in älteren Texten gelegentlich als «Islamisten» bezeichnet, dadurch besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem neueren Begriff des (fundamentalistischen) Islamisten.
Als Studienfach wird die Islamwissenschaft im deutschsprachigen Raum unter anderem an den Universitäten Leipzig, Münster, Erfurt, Berlin und Heidelberg angeboten.
Siehe auch: Arabistik, Iranistik, Judaistik, Osmanistik, Semitistik, Turkologie
Literatur
- Lutz Richter-Bernburg: Wozu Wozu Islamwissenschaft? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
Links
- [http://islamwissenschaft.uni-hd.de/ Islamwissenschaft an der Universität Heidelberg]
- [http://www.uni-erfurt.de/islamwissenschaft/ Islamwissenschaft an der Universität Erfurt]
- [http://www.uni-kiel.de/islam/ Islamwissenschaft an der Universität Kiel]
- [http://www.uni-muenster.de/ArabistikIslam/ Islamwissenschaft an der Universität Münster]
- [http://userpage.fu-berlin.de/~islamwi/ Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin]
- [http://www.uni-bayreuth.de/departments/islamwissenschaft/ Islamwissenschaft an der Universität Bayreuth]
- [http://www.orientalistik.uni-erlangen.de/get.php?page=islamwissenschaft Islamwissenschaft an der Universität Erlangen]
Kategorie:Islam
Kategorie:Religionswissenschaft
Kategorie:Kulturwissenschaft
Islam
Der Islam ( islām Hingabe an Gott; al-islām der Islam) ist mit ca. 1,2 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (ca. 2,0 Milliarden Anhänger) die zweitgrößte Religion der Welt. Seine Anhänger werden als Muslime oder (deutlich seltener und veraltet) als Mohammedaner bezeichnet; letzteres stößt indes als Fremdbezeichnung unter den meisten Muslimen auf Ablehnung, da die Muslime nicht - wie das Wort suggeriert - Mohammed, sondern einzig den einen Gott anbeten.
Vor allem in älterer Literatur werden Muslime häufig mit der persischen Variante des arabischen Wortes als Moslems bezeichnet.
Der Islam ist eine monotheistische Religion, die sich streng vom Polytheismus und auch von der christlichen Vorstellung von Inkarnation und Trinität abgrenzt. Er gründet sich auf den Koran, der für Muslime das unverfälschte Wort Gottes ist. Zweite Erkenntnisquelle sind die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed.
Die Entstehung des Islam
Mohammed]]
Der Religionsstifter Mohammed (: der Vielgelobte) wurde um 570 als Sohn eines Händlers in Mekka im heutigen Saudi-Arabien geboren. Nach der Überlieferung soll ihm 610 der Erzengel Gabriel erschienen sein, und ihm die ersten Verse (Ayāt) des Korans übermittelt haben. Im Verlauf der folgenden 23 Jahre soll ihm dann Vers für Vers davon offenbart worden sein.
Der Islam begreift sich als Fortsetzung göttlicher Offenbarung. Deshalb sehen sich Muslime in der Kontinuität von Judentum und dem Christentum. Mohammed wird deshalb auch als das „Siegel der Propheten“ bezeichnet. In diesem Sinne werden im Islam auch alle vorher von Gott gesandten Propheten, die in der Bibel genannt werden, als eigene Propheten verstanden. Es gibt aber Abweichungen: So ist nach islamischem Glauben Jesus ein Prophet, der jedoch weder am Kreuz starb noch auferstand. Einige Personen, die im Juden- bzw. Christentum nicht als Propheten gesehen werden, werden im Islam als solche verehrt, zum Beispiel Adam.
Grundlagen des Islam
Die fünf Säulen
Die Grundsätze des Islam, die fünf Säulen, die zu erfüllen jeder Muslim verpflichtet ist, sind:
- Das Glaubensbekenntnis Schahada (): Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer (dem einzigen) Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes. (s.o.) Die Schiiten fügen in der Regel noch den Satz hinzu: und Ali ist der Freund Gottes. Gemeint ist hier Ali ibn Abi Talib.
Im Sufismus (islamische Mystik) wird der erste Teil der Schahada auch interpretiert mit: Ich bekenne, dass es nichts außer Gott gibt bzw. Es gibt nichts. Es gibt nur den Einen (die Einheit).
Das Aussprechen der Schahada in ehrlicher Absicht (niya) reicht aus, um Muslim zu werden. Sie ist auch das erste, was einem Neugeborenem ins Ohr geflüstert wird, und der letzte Gruß an einen Sterbenden. In der heutigen islamischen Kultur, verliert ein Moslem, der den Islam verläßt, häufig seine familiären und gesellschaftlichen Bindungen, seine Rechte und Erbansprüche. In der Rechtstheorie, in einigen Ländern auch in der Rechtspraxis, wird das Abfallen vom Islam mit dem Tode bestraft.(Siehe: ridda)
- Das Gebet Salat () ist religiöse Pflicht.
Es wird zu festgelegten Zeiten verrichtet, zu denen der Muezzin ruft: in der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und nach Einbruch der Nacht.
Zuvor erfolgt die rituelle Reinigung (arabisch: "wudu'" ;persisch: "âbdast") mit reinem Wasser. Sollte dieses nicht in ausreichender Menge zu Verfügung stehen oder als Trinkreserve benötigt werden, wird symbolisch Sand oder Staub verwendet (tayammum). Das Zusammenlegen oder Nachholen von Gebeten ist unter bestimmten Bedingungen gestattet, z. B. auf Reisen. Am Freitag muss das Mittagsgebet (Freitagsgebet) in der Gemeinschaft (das Gebet in der Moschee ist nicht Pflicht, zwingend ist für das Freitagsgebet die Gemeinschaft) stattfinden, dann (oder davor) wird auch gepredigt (Khutba). Viele Muslime beten aber auch sonst möglichst in der Moschee. Die Teilnahme am Freitagsgebet ist Pflicht für alle männlichen erwachsenen Muslime.
- Die Almosensteuer Zakat ().
Die Erträge werden für Bedürftige, Kranke, Befreiung Gefangener, den Dschihad oder zum Aufbau religiöser Schulen verwendet. Die Höhe variiert je nach Einkunftsart (Handel, Viehzucht, Anbau) zwischen 2,5-10% ebenso wie die Besteuerungsgrundlage (Einkommen oder Gesamtvermögen). Zakat stellt eine der drei nach islamischem Recht erlaubten Steuerformen dar; die anderen beiden sind die Grundsteuer (Charadsch) und die Kopfsteuer (Dschizya), die von Nichtmuslimen in islamischen Gesellschaften als Gegenleistung für ihre Duldung (siehe: Dhimmi) verlangt wird. Die Zakat ist eine fromme Handlung und religiöse Pflicht des Muslims und kann somit nur Muslimen zu Gute kommen.
- Das Fasten Saum ().
Im Monat Ramadan, der sich jedes Jahr um 10 Tage verschiebt, wird von Beginn der Morgendämmerung - wenn man einen „weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden“ kann (Koran 2:187) - bis zum vollendeten Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und manche andere Enthaltsamkeit im Verhalten geübt.
Das Fasten wird nicht aus gesundheitlichen Gründen befolgt, sondern um Gottes Befehl während des Tages zu genügen. Insofern ist das oft praktizierte ausgiebige Fastenbrechen bei Nacht zwar nicht unbedingt ideal, verletzt jedoch auch nicht die religiöse Pflicht. Oft bricht man das Fasten mit einer Dattel und einem Glas Milch, nach Vorbild des Propheten. Der Fastenmonat wird mit dem Fest des Fastenbrechens ('Īd al-fitr) beendet.
- Die Pilgerfahrt Haddsch ().
Einmal in seinem Leben soll der Muslim die Pilgerfahrt nach Mekka antreten. Sie findet im letzten Mondmonat statt, und wird dann zur Pflicht für ihn, wenn er dazu in der Lage ist. Entscheidend dafür ob die Pilgerfahrt zur Pflicht wird, sind unter anderem seine finanziellen und gesundheitlichen Lebensumstände.Die Einschränkung der ritualrechtlichten Pflicht der Pilgerfahrt ist in Sure 3, Vers 97 begründet:
:::"...und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus (d.i. die Kaaba von Mekka) zu machen - soweit sie dazu eine Möglichkeit finden ".
Die Interpretation des hier verwendeten Ausdruckes "Möglichkeit finden" erfolgt in einem Prophetenspruch (Hadith), dessen Isnad allerdings als "schwach" eingestuft ist. Demnach ist der Besitz von Reiseproviant und Reittier (arabisch: al-zâd wa-'l-râhila) die Grundvoraussetzung für die Erfüllung dieser rituellen Pflicht.
Die Pilger müssen nach ihrer Ankunft in Mekka u.a. die Kaaba sieben Mal umkreisen, auf dem Hügel Arafat verweilen, zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa laufen - damit vollziehen sie den Durst von Hagar und Ismael auf der Suche nach Wasser in der Wüste nach (vgl. 1. Mose 21, 9-21) -, Opferschafe schlachten und den Satan rituell steinigen.
Glaubensgrundsätze
Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel, nämlich den Glauben an:
- Gott (Allah)
- seine Engel
- seine Offenbarung (heilige Bücher: Tora, die Evangelien, den Koran etc.)
- seine Gesandten, die Propheten Gottes: darunter Adam, Abraham, Moses, Jesus und zuletzt Mohammed
- den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod: Der Mensch werde eines Tages für seine Taten zur Verantwortung gezogen und mit dem Höllenfeuer bestraft bzw. mit dem Paradies belohnt
- die göttliche Vorsehung.
Erwähnt werden diese Glaubensartikel sowohl im Koran (z.B. in an-Nisā'(4):136:
:::Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat, und an die Schrift, die er schon (früher) herabgeschickt hat! Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt.
Auch in Hadithen wie folgendem Ausspruch des Mohammed heißt es:
:::Der Glaube besteht darin, dass du an Gott glaubst und an seine Engel, an seine Bücher, an seine Propheten und an den Jüngsten Tag, sowie an die göttliche Vorsehung des Guten und des Bösen.
Die genaue Liste der Glaubensartikel varriiert leicht zwischen den Rechtsschulen und gelegentlich sogar zwischen einzelnen Gelehrten. Das Glaubenskonzept der Schia ist praktisch identisch und wird nur durch einige Punkte erweitert, die z.B. die Verehrung der Imame betreffen. Lediglich die Ismaeliten weichen durch ihre monistischen Vorstellungen vom Wesen der Engel und des Prophetentums deutlicher davon ab.
Nach muslimischem Verständnis sandte Allah den Koran durch den Erzengel Gabriel als „göttliches Zeichen“ an Mohammed, zur Verkündigung an die Menschen. Die „göttlichen Zeichen“ seien für jeden Menschen erkennbar, sofern er „vernünftig“ überlege. Um den Koran zu verstehen, müsse der Mensch sich von seinen „schlechten Eigenschaften“ und seinen „falschen Ideen“ befreien, damit sein Geist sich durchsetze. Dies erreiche man durch ständige Selbstüberwindung und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Die Menschen sollten „Stellvertreter Allahs auf Erden“ sein, indem sie verantwortlich handelten und für Gerechtigkeit einträten.
Der Islam ist eine ausgeprägt monotheistische Religion. Die christliche Vorstellung der Dreifaltigkeit wird missverstanden und daher ausdrücklich als im Ansatz polytheistisch abgelehnt, ebenso jede Personifizierung oder gar bildliche Darstellung Gottes. Gott wird durch seine 99 wundervollen Namen beschrieben, die nur ihm alleine zustehen. Die Menschen können über Gott nur wissen, was er ihnen selbst in seiner Gnade offenbart hat, da es die menschliche Vorstellungskraft weit überschreitet, sich direkt ein Bild von Gott zu machen.
Anders als Jesus Christus im Christentum ist Mohammed ein sterblicher Mensch, der jedoch von Gott als ein Prophet auserwählt wurde, um den Menschen die Wahrheit zu verkünden. Schon vor ihm habe eine Vielzahl anderer Propheten der Menschheit die göttliche Botschaft überbracht, jedoch sei diese immer wieder verfälscht worden, so dass der Koran die einzige wirklich verlässliche Quelle sei. Unter diesen Propheten finden sich sämtliche Propheten, die in der Bibel genannt werden, einschließlich Jesus (arabisch Isa). Außer ihm werden auch Abraham (Ibrahim), Moses (Musa) und Josef (Yusuf) im Koran erwähnt.
Der Mensch ist im Islam nicht an die Vermittlung durch eine Institution gebunden, sondern jedes Individuum kann sich durch seine guten Taten und seine "Gottesfurcht" direkt einen Platz im Himmel verdienen – allerdings nur für sich selbst, nicht für andere. Somit wird die Eigenverantwortung jedes Einzelnen betont. Im Volksislam wird dieses Prinzip durch die Heiligenverehrung etwas aufgeweicht.
Neben der Eigenverantwortung steht die Verantwortung für andere: Jeder Muslim ist verpflichtet, zu „gebieten, was recht ist“ und zu „verbieten, was verwerflich ist“ (amr bi-l-ma'rūf wa nahy ani l-munkar ) (mehrfach im Koran, z. B. in Sure 7, Vers 157). Dieser Grundsatz hat, durch den resultierenden Gruppendruck gegen „verwerfliches“ Verhalten, in der islamischen Geschichte zum einen die Gemeinschaft gestärkt, aber auch dafür gesorgt, dass der berühmte Vers „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ in der Praxis nie wirklich relevant wurde. Siehe hierzu auch Hisba.
Wer im Islam ehrliche Reue zeigt, kann immer zu Gott zurückfinden. Andererseits strebt der Islam auch auf Erden einen "Idealzustand" an. Dabei sollte man vielleicht eher von einem Zustand sprechen, der unter Berücksichtigung der Mängel und Unvollständigkeiten der Menschen möglichst nahe an den Idealzustand herankommt.
Nach der Überlieferung war die frühislamische Gesellschaft ein solcher „Idealzustand“. Der wesentliche Unterschied zwischen „Fundamentalisten“ und „gemäßigten Muslimen“ besteht darin, dass erstere den damaligen Zustand als für alle Zeiten vorbildhaft betrachten. Gemäßigte Muslime glauben zwar auch, dass es die unter den damaligen Umständen in einer Gesellschaft von Wüstenomaden bestmögliche Annäherung war, betonen aber, dass die zu Grunde liegenden Ziele unter geänderten Bedingungen auch auf veränderte Weise angestrebt werden sollen.
Der Dschihad
Der Dschihad (arab. »sich bemühen, sich anstrengen, kämpfen«) ist ein wichtiges Glaubensprinzip. Seine Bedeutung im Islam ist so groß, dass zeitweise diskutiert wurde, ob der Dschihad als sechste „Säule des Islam“ gerechnet werden sollte. Das „Bemühen auf dem Wege Gottes“ umfasst die eigene spirituelle und moralische Verbesserung, die Verbesserung des Gemeinwesens bzw. seiner Mitbrüder, und auch die Verteidigung des Glaubens mit der Waffe.
Manche Muslime deuten Dschihad als Feldzug gegen ‚Ungläubige‘, also Nichtmuslime. In der Praxis sind damit oft die westlichen Industrieländer gemeint. Diese Interpretation wird zum Beispiel von Al-Qaida unter Osama bin Laden vertreten, jedoch von den einschlägigen Gelehrten des Islams und der breiten Basis abgelehnt.
Die Scharia
Unter Scharia (arab. »der Weg zur Wasserstelle«) versteht man das islamische Recht, d.h. die Gesamtheit von religiösen Regeln und Pflichten der Muslime (Gebet, Reinigung, Fasten, etc.) zum einen, und die Regelungen zwischenmenschlicher Beziehungen (Ehe- Kauf- Vertragsrecht usw.), ferner das Strafrecht (hudùd / 'uqùbât), aber auch das Kriegsrecht (siyar), d.h. die Regelung der Beziehungen zu der nichtmuslimischen Welt zum anderen.
Im Sufismus (islamische Mystik) hat die Scharia den Stellenwert der Basis für den Weg des Gottessuchenden. Weitere Stationen sind in der Reihenfolge: Tariqa (der mystische Weg), Haqiqa (Wahrheit) und Ma'rifa (Erkenntnis).
Richtungen
Sunniten
Der Islam ist in mehrere Richtungen gespalten. Die Sunniten bilden mit etwa 90% die zahlenmäßig größte Gruppierung. Sie unterteilen sich wiederum in die sunnitischen Rechtsschulen der Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten.
Wahhabiten
Der Wahhabismus ist eine äußerst strenge Auslegung der hanbalitischen Rechtsschule der Sunniten, zum Zeitpunkt seiner Entstehung auch eine politische Strömung.
Schiiten
Die Schiiten sind die zweite große Richtung. Deren Hauptrichtung sind die so genannten Imamiten oder Zwölferschia, die vor allem im Iran, Irak, Aserbaidschan, Bahrain und dem Libanon weit verbreitet sind. Weiter gibt es die Anhänger der Siebenerschia (Ismailiten), die vorwiegend auf dem indischen Subkontinent (Mumbai, Karatschi und Nordpakistan) sowie in Afghanistan und Tadschikistan leben. Die Zaiditen oder Fünferschia finden sich heute nur noch im Jemen.
Charidschiten
Die Charidschiten sind heute die kleinste Richtung des Islams, die heute noch bestehde Untergruppierung heißt Ibaditen. Sie leben vor allem in Südalgerien (Mzab), auf der tunesischen Insel Djerba und in Oman.
Sufismus
Wie fast alle Religionen bzw. religiöse Richtungen besitzt auch der Islam einen inneren (esoterischen) und einen äußeren (exoterischen) Aspekt. Die mystische innere Dimension des Islam ist der Sufismus (arabisch tasawwuf ). Der innere Aspekt wird auch Tariqa, der äußere Schari'a genannt. Nach Auffassung der Sufis gehören diese beiden Aspekte untrennbar zusammen, als Beispiel dient das Symbol einer Öllampe: Die Flamme der Lampe steht für Tariqa, also für die Essenz der Religion, die ohne das schützende Glas beim ersten Windhauch erlöschen würde. Das Glas, also die Hülle, steht für Schari'a, aber ohne eine Flamme hätte das Glas alleine als Lampe keinen Sinn.
Von puritanischen Gruppen wie den Wahhabiten werden die Sufis oft als Ketzer bezeichnet und deswegen abgelehnt.
Weitere Gruppen
Weitere Gruppen sind die Aleviten und die Ahmadiyya. Aus dem schiitischen Islam haben sich auch die eigenständigen Religionen der Drusen, der Jesiden, des Babismus und die Religion der Baha'i entwickelt.
Geschichte
Die politische Geschichte des Islam und des Kalifats wird in eigenen Artikeln behandelt. Eine Herrscherliste bietet die Liste der Kalifen.
Gegenwart
Liste der Kalifen]]
Heute ist der Islam in vielen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas, Zentral- und Südostasiens verbreitet. Hauptverbreitungsgebiet ist dabei der Trockengürtel, der sich von der Sahara im Westen über den Nahen Osten und den Kaukasus bis nach Zentralasien im Osten zieht. Das bevölkerungsreichste muslimische Land ist Indonesien. Muslimisch geprägte Länder in Europa sind Bosnien und Herzegowina, der europäische Teil der Türkei und Albanien. Viele weitere Länder haben muslimische Minderheiten. Die Anhängerzahl des Islam wird auf zwischen 900 Millionen und 1,4 Milliarden geschätzt.
Islamische Konferenz
Die islamischen Länder sind in der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) organisiert, der auch einige Staaten mit größeren muslimischen Minderheiten angehören.
Umsetzung der Scharia
Seit der Kairiner Deklaration 1990 soll die Scharia wieder Basis der Gesetzgebung in allen islamischen Ländern sein. Die praktische Umsetzung ist jedoch sehr unterschiedlich. in Tunesien beschränkt sich die Umsetzung nur auf das Zivilrecht, in Saudi-Arabien und Sudan hingegen kommt sie vollständig zur Geltung.
In der Türkei wird die Scharia in der Rechtssprechung überhaupt nicht praktiziert. Allerdings sieht die soziale Realität in Teilen der Gesellschaft anders aus. So existiert z.B. die offiziell nicht anerkannte islamische Ehe.
Zuweilen gilt die Scharia nur in islamisch dominierten Landesteilen (Nigeria). Besonders drakonische Strafen (Amputation, Steinigung), die oft international kritisiert werden, finden in relativ wenigen islamischen Ländern Anwendung und werden auch innerhalb des Islams teilweise kritisiert, weil dabei meist die in der Scharia vorgeschriebenen strengen Schutzbedingungen für Angeklagte außer Acht gelassen werden, so zum Beispiel die Pflicht, mindestens vier erwachsene männliche Muslime als Zeugen vorzuführen, welche die Tat selbst mit eigenen Augen gesehen haben. Es gibt allerdings hier eine Grauzone, z. B. bei sogenannten «Ehrendelikten» (beispielsweise Tötungen wegen Ehebruchs). Selbst in der laizistischen Türkei konnte bis vor kurzem noch bei solchen Delikten mit mildernden Umständen gerechnet werden. Erst 2004 wurde ein Gesetz durch das Parlament beschlossen, das so genannte „Ehrenmorde“ an Mädchen und Frauen wie vorsätzlichen Mord mit lebenslanger Haftstrafe ahndet. Ein Bereich der Scharia, der wohl nur noch im Sudan und in Mauretanien existiert, ist die Sklaverei.
Wirtschaftliche und soziale Situation
Alle islamischen Staaten gehören zu den Schwellenländern oder Entwicklungsländern. Keines der Länder hat den Sprung zu einem Industrieland geschafft, was manche Forscher in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen der entsprechenden Länder bringen. Die arabischen Länder, wo der Islam seinen Ursprung hat, bestehen zudem im Wesentlichen aus Wüsten mit verhältnsmäßig wenigen fruchtbaren und bewohnbaren Flächen. Der Wassermangel behinderte, und erschwert auch heute, eine etwa mit Europa vergleichbare wirtschaftliche Entwicklung. Im Wirtschaftsleben besteht durch das Verbot Zinsen zu nehmen ein grundlegender Unterschied zum Kapitalismus westlicher Prägung. Nicht zuletzt waren die meisten muslimischen Länder Afrikas und Asiens bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von europäischen Kolonialmächten besetzt. Aber das derzeit mit Abstand größte hinderniss für einen wirtschaftlichen Aufstieg dieser kernregion des Islam ist der Analphabetismus:
Laut dem Arab Human Development Report (AHDR) der UNO sind die Hälfte aller Frauen und ein Drittel aller Männer in der Arabischen Welt Analphabeten. 32 Millionen Menschen leiden an Unterernährung. Das Bruttosozialprodukt aller 22 Länder der Arabischen Liga (300 Millionen Einwohner) lag 1999 mit 531,2 Milliarden Dollar noch unter dem des christlichen Spanien (40 Millionen Einwohner) mit 595,5 Milliarden Dollar. Zehn Millionen Kinder unter 15 Jahren besuchen keine Schule. Fast 40 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Algerien sind arbeitslos, in Marokko und Ägypten jeweils 35 Prozent. In den meisten Staaten mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung sind autokratische Regierungen an der Macht. Die Reaktion auf diese Lage ist in manchen Ländern eine verstärkte Zuwendung der Bevölkerung zu islamistischen Gruppierungen, zumal diese sich stark im sozialen Bereich einsetzen. Der militante Islam (der Islamismus) spiegelt nach dem früheren deutschen Außenminister Klaus Kinkel, "die wirtschaftliche, politische und kulturelle Enttäuschung" der Muslime wider.
Die Heiligen Städte des Islam
Im Islam gilt eine Vielzahl von Städten als heilig, wobei dreien eine besondere Bedeutung zukommt: Zuerst natürlich Mekka als Geburtsort Mohammeds mit der Kaaba als zentralem Heiligtum des Islam, das die Gebetsrichtung (Qibla) bestimmt. Darauf folgt mit Medina, nördlich von Mekka gelegen, der Ort, an dem der Islam erste politische Wirkungskraft entfaltete, und schließlich Jerusalem, das nach muslimischer Überlieferung die erste Qibla-Richtung vorgab und der Ort ist, den die Muslime als geographische Position der im Koran (Sure 17, „Die nächtliche Reise“) erwähnten al-Aqsa-Moschee definiert haben.
Daneben gibt es eine große Zahl an Wallfahrtsorten unterschiedlicher Bedeutung. Meist handelt es sich dabei um Grabstätten, etwa von Gefährten Mohammeds, der Imame der Schia oder von Sufi-Scheichs. Führend in der Zahl heiliger Orte ist vermutlich der nordafrikanische Volksislam mit unzähligen Grabstätten von Marabuts. Abgesehen von den ersten drei heiligen Stätten ist der Status der «heiligen» Städte - wie die Heiligenverehrung selbst - im Islam ein äußerst kontroverses Thema.
Marabut]]
Jerusalem stellt in der Liste der heiligen Städte insofern einen Sonderfall dar, als sich der aus dem Koran hergeleitete Anspruch historisch nicht belegen lässt. Trotzdem ist er für Muslime einhellig eine Glaubenswahrheit, was ihn in der praktischen Auswirkung einer „historischen Wahrheit“ gleichstellt.
Der Islam und andere Religionen
Der Islam unterscheidet bei seiner Betrachtung Andersgläubiger zwischen monotheistischen und polytheistischen Religionen. Juden, Christen und Johanneschristen haben eine Sonderstellung als "Leute der Schrift", wie sie im Koran genannt werden. Im islamischen Staat haben sie die Stellung der sogenannten "Dhimmi", die eine Schutzsteuer entrichten müssen, dafür weder die gesetzliche Armensteuer zahlen müssen, noch in der Armee dienen müssen. Ihnen muss vom Staat gewährleistet werden, dass ihnen Gotteshäuser zur Verfügung gestellt werden und sie ihre Religion frei ausüben können.
Trotz der Aussage "kein Zwang im Glauben" [Koran: Sure 2 Vers 256] werden nach der Scharia Polytheisten nicht geduldet, siehe dazu auch Glaubensfreiheit im Islam.
Der Islam teilt die Welt in zwei Gebiete, zum einen das "Gebiet des Islam" (Dar al-Islam) in dem der Islam schon herrscht und das "Gebiet des Krieges" (Dar al-Harb), die übrige Welt dessen Bewohner noch mittels oft kriegerischer Mittel, von den Vorzügen des Islams "überzeugt" werden müssen.
Siehe auch
- Euroislam
- Liste islamischer Begriffe auf Arabisch
- Islamische Organisationen in Deutschland
- Islamische Organisationen in Österreich
- Islamische Organisationen in der Schweiz
- Kein Zwang im Glauben - zur Religionsfreiheit im Islam
- Islamischer Kalender
- Berühmte Muslime
- Islamismus
- Fiqh
Literatur
Übersetzungen und Literatur zum Koran und den Hadithen finden sich in den entsprechenden Artikeln und werden deshalb hier nicht aufgeführt.
Grundwissen
- Ralf Elger (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47556-6
- Ralf Elger: Islam. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2002, ISBN 3-596-15368-9
- Gerhard Endreß: Der Islam. Eine Einführung in seine Geschichte. München 1997 (C.H. Beck Studium), ISBN 3-406-42884-3
- John L. Esposito: Von Kopftuch bis Scharia. Was man über den Islam wissen sollte. Leipzig 2004 (Reclam Leipzig), ISBN 3-379-20105-7
- Richard Hartmann: Die Religion des Islam. Berlin 1944 - Nachdruck Wiss. Buchgesellschaft 1992, ISBN 3-534-80132-6
- Malise Ruthven: Der Islam. Eine kurze Einführung. Reclam, Stuttgart 2000, ISBN 3-15-018057-0
- Udo Schaefer: Glaubenswelt Islam. Eine Einführung. Religionswissenschaftliche Texte und Studien, Band 7. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2002, ISBN 3-48710-159-9
- Annemarie Schimmel: Die Religion des Islam. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 1990, ISBN 3-15-008639-6
- Montgomery W. Watt: Der Islam. 3 Bände. Kohlhammer, Stuttgart 1980-1990 (Band 2: ISBN 3-17-005707-3)
- Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.): Was jeder vom Islam wissen muss. Gütersloher Verlagshaus, GTB 786, 5. Auflage 1996, ISBN 3579007866
Geschichte
- Josef van Ess: Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert der Hidschra. Springer, Berlin 1991-1995 (sechs Bände)
- Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1
- Heinz Halm: Der Islam. Geschichte und Gegenwart. C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-519172
- Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14118-0
- Marcel Rebiai: Islam, Israel und die Gemeinde Schleife 2004, ISBN 3-907-82742-2
- Hans Küng: Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft. München/Zürich 2004, ISBN 3-492-04647-9
- Tilman Nagel: Geschichte der islamischen Theologie. Beck, München 1994, ISBN 3-406-37981-8
- Albrecht Noth, Jürgen Paul (Hrsg.): Der islamische Orient. Grundzüge seiner Geschichte. Ergon, Würzburg 1998, ISBN 3-932004-56-6
Verhältnis zum Westen und aktuelle Probleme
- Adel Theodor Khoury: Der Islam und die westliche Welt. Primus Verlag, ISBN 3-89678-437-4
- Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Goldmann-Verlag, 2002, ISBN 3-442-15190-2
- Mark A. Gabriel: Islam und Terrorismus. Resch, Lake Mary/Florida 2004, ISBN 3-935197-39-X
- Bat Ye'or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. Resch-Verlag, Gräfelfing 2002, ISBN 3-935-19719-5
Weblinks
- [http://www.islam.de/72.php Darstellung des Islam durch den Zentralrat der Muslime in Deutschland]
- [http://www.bpb.de/publikationen/5IY8HR,0,0,Der_Islam.html „Der Islam“ von der Bundeszentrale für politische Bildung]
- [http://wwwuser.gwdg.de/~mriexin/euroislam.html Der Islam in Westeuropa-Linkliste]
ja:イスラム教
ko:이슬람교
ms:Islam
simple:Islam
th:ศาสนาอิสลาม
Arabische LiteraturArabische Literatur im engeren Sinn ist Literatur in arabischer Sprache. Im weiteren Sinn versteht man darunter auch Literatur von arabischen Autoren, gleich in welcher Sprache das Original verfasst wurde. Zum einen schreiben etliche bedeutende arabische Autoren in anderen Sprachen als Arabisch, sei es, dass sie die Sprache des ehemaligen Koloniallandes benutzen, wie es im Maghreb häufig vorkommt, sei es, dass sie im Exil leben und die Sprache des Exillandes bevorzugen. Zum anderen gab es gerade in der Frühzeit des Islam wichtige Autoren nicht-arabischen Ursprungs, die Arabisch als Literatursprache wählten.
Vorislamische Zeit
Aus der vorislamischen Zeit ist nur weniges direkt erhalten, das meiste wurde
mündlich überliefert und erst viel später niedergeschrieben. Einen besonderen Stellenwert nahm die Dichtung ein. Die traditionelle Gedichtform war die Qaside. Darunter versteht man ein polythematisches Gedicht mit
gleichbleibendem Metrum und Endreim. Diese Gedichtform blieb bis in die Moderne für die arabische Lyrik bestimmend. In vorislamischer Zeit besonders verbreitet waren Liebesgedichte, Traueroden (die meist Frauen auf den Tod ihrer im Kampf gefallenen Verwandten dichteten, nicht jedoch auf ihre eigenen Ehemänner), Lobgedichte (auf Waffen, gute Reittiere ..) und Schmähgedichte mit denen ein feindlicher Beduinenstamm mit Spott übergossen wurde. Imru' al-Qais ist der berühmteste Dichter aus dieser Epoche.
Ihm wird eines der sieben hochgeschätzten Gedichte zugeschrieben, die der Legende nach in vorislamischer Zeit auf Tüchern standen, die vor dem Tor der Ka'aba aufgehängt waren, und darum al-Mu'allakat (die Aufgehängten) genannt wurden. Ein weiteres Gedicht dieser Sammlung stammt von dem berühmten Helden Antara Ibn Shaddad al-'Absi.
Von der Prosa sind die "Tage der Araber" zu nennen, die wichtige Kämpfe zwischen rivalisierenden Beduinenstämmen schildern.
Islamische Zeit (außer der Moderne)
Der Koran ist durchgängig in Reimprosa gestaltet und eines des ältesten erhaltenen Werke der arabischen Literatur. Zitate aus dem Koran oder Anspielungen auf den Koran durchziehen die arabische Literatur bis heute.
Schon zur Zeit des Kalifats der Umajjaden
nahm das Lobgedicht auf hochgestellte Persönlichkeiten bei Hofe und das Schmähgedicht auf den Gegner einen wichtige Rolle ein. Die beiden Dichter Farazdaq (640-728) und al-Dschabir (653- 729) verspotteten sich gegenseitig jahrzehntelang auf die bissigste Weise. Die Legende sagt, dass al-Dschabir aus Kummer starb, als er vom Tode seines Dichtergegners erfuhr.
Zu den berühmtesten Dichtern von Lobgedichten einer späteren Zeit gehört al-Mutanabbi (915-965), der einen ehemaligen Gönner auch kräftig schmähen konnte, wenn er von ihm enttäuscht worden war und inzwischen einen großzügigeren Mäzen gefunden hatte.
Ghasalen sind arabische Liebesgedichte. Immer wieder wurde die unglückliche Liebe von Laila und Madschnun besungen, die rivalisierenden Stämmen angehörten und darum nicht heiraten konnten.
Einer der wichtigsten Vertreter der Adab Literatur ist Amr Ibn Bachr Uthman, genannt al-Dschahiz (i.e. der Glotzäugige) (767-868), der Enkel eines schwarzen Sklaven. Er war für seine Belesenheit, seinen Bildungshunger und seine sprichwörtliche Häßlichkeit berühmt. al-Dschahiz schrieb in einem eleganten Stil und hatte eine scharfe Zunge. Man sagt, dass er seinen Tod unter einem umgestürzten Bücherstapel gefunden habe. Zu einem Büchernarr sagt man noch heute : "Du bist wie al-Dschahiz". Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Anekdotensammlung Die Geizigen, in der er allzu sparsame Menschen ins Lächerliche zieht.
Ein weiteres bedeutendes Werk der klassischen Literatur ist die Fabelsammlung Kalīla wa Dimna, die der Perser Ibn al-Mukaffa (hingerichtet 755 oder 756) aus dem Mittelpersischen in makelloses Arabisch übertrug und dabei noch erweiterte. Diese Sammlung geht im Kern auf das indische Pantschatantra zurück.
Nicht zur Hochliteratur gehört dagegen die weltbekannte Sammlung Tausendundeine Nacht, die zunächst vor allem in Kaffeehäusern von professionellen Erzählern zur Unterhaltung der männlichen Gäste vorgetragen wurde. Erst durch ihre begeisterte Aufnahme in Europa wird Tausendundeine Nacht heute auch in arabischen Ländern als literarisch wertvoll angesehen.
Die Makamen des Hariri sind in kunstvoller Reimprosa abgefasste Stücke über kluge Bettler, Betrüger und arme Dichter. Dieses fast unübersetzbare Werk des Hariri (1054- 1122) gilt als unübertroffenes Sprachkunstwerk des Arabischen.
Die arabische Welt als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse
Arabische Literatur war Schwerpunktthema der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2004. Über den arabischen Schriftstellerverband sind an den Zensurbehörden der arabischen Staatenwelt vorbei nicht nur regimetreue "Staatsschriftsteller" eingeladen worden. Unabhängig davon luden in Deutschland sowie im übrigen Europa ansässige Verlage die von ihnen vertretenen Autoren ein.
Anläßlich des Ehrengast-Auftritts der arabischen Welt auf der Frankfurter Buchmesse wurde eine Aufstellung arabischer Literatur in deutscher Übersetzung gemacht. Diese Liste steht über die Webseite des Ehrengast-Auftritts zur Verfügung.
Buchmarkt-Strukturen in diesem Sektor
In arabischen Ländern begann der Buchdruck in arabischer Sprache Anfang des
18. Jahrhunderts mit religiösen Traktaten christlicher Gemeinden im
Gebiet des heutigen Syriens und des heutigen Libanon.
Einen Aufschwung nahm der Buchdruck jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts,
ausgelöst von einer Druckerpresse, die Napoleon bei seinem Einmarsch in
Ägypten dabei hatte.
Auch heute noch liegt der Schwerpunkt der arabischen Verlagstätigkeit im Libanon und in Ägypten.
Wegen der relativ liberalen Gesetzgebung im Libanon werden hier viele Bücher veröffentlicht, die in anderen arabischen Ländern durch die Zensur verboten wären. Probleme für die Buchbranche bestehen nicht nur in der Zensur sondern auch in dem noch immer verbreiteten Analphabetismus und der Tatsache, dass sich ärmere Bevölkerungsschichten keine Bücher leisten können. Daher sind die Auflagen arabischer Literatur oft sehr niedrig.
Ins Deutsche übersetzt wurden bisher nur wenige arabische Autoren.
Subventionen der Verlage und Übersetzer sind dabei nötig, denn arabische Belletristik in deutscher Übersetzung findet nur wenige Leser.
Für die Übersetzung von Belletristik aus dem Arabischen sind im deutschen Sprachraum der
Lenos Verlag und der Unionsverlag die am Markt führenden. Interessante Entdeckungen kann man aber auch bei den Verlagen Donata Kinzelbach, Edition Orient, Hans Schiler und Amman machen. Einige dieser Verlage führen zweisprachige arabisch-deutsche Ausgaben.
Europa besitzt eine herausgehobene Bedeutung für die arabische Literatur, weil hier Bücher veröffentlicht werden können, die in vielen arabischen Staaten der Zensur zum Opfer fallen würden. Ein Beispiel eines Exilverlags, der seinen Sitz in Deutschland hat, aber Bücher in arabischer Sprache herausgibt, ist der in Köln ansässige Verlag Al-Kamel des irakischen Verlegers und Dichters Khalid Al-Maaly.
In der Neuen Züricher Zeitung findet man öfters Besprechungen arabischer Literatur.
Aktuelle Informationen zur modernen arabischen Literatur bietet die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika.
Arabische Dichter und Schriftsteller
- Mittelalter
- Abu Tammam († 845), Dichter und Kompilator (Hamasa, von Friedrich Rückert 1846 poetisch übertragen und kommentiert; Neuherausgabe 2004)
- al-Ma'arri
- Moderne
- Taha Hussein (1898 - 1973)
- Nagib Mahfuz ( - 1911), Literaturnobelpreisträger 1988
- Salama Moussa (1889 - 1958)
- Yusuf Idris ( - 1927 - 1991)
- Tayeb Salih ( - 1929)
- Adonis ( - 1930)
- Abd ar-Rahman Munif (1933 - 2004)
- Mohammad Hamza Ghanayem(1953 - 2004)
- Mahmud Darwisch ( - 1941)
- Hashem Ghareibeh ( - 1953)
- Assia Djebar (Algerien) ( - 1936)
- Venus Khoury-Ghata (Libanon)
- Paula Jacques (Ägypten)
- Leïla Marouane (Algerien)
Literatur
- Wiebke Walther: Kleine Geschichte der arabischen Literatur, München: C.H.Beck 2004, ISBN 3-406-52243-2
- Stefan Weidner: Erlesener Orient. Ein Führer durch die Literaturen der islamischen Welt, Edition Selene, 2004 ISBN 3-85266-239-7
- Die Farbe der Ferne. Moderne arabische Dichtung (Anthologie) Verlag C.H. Beck, 2000 ISBN 3-406-45860-2
- Khalid Al-Maaly / Mona Naggar: Lexikon arabischer Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, Heidelberg, Palmyra Verlag, ISBN 3-930378-55-8
- Petra Dünges: Kinder- und Jugendliteratur aus arabischen Ländern - Eine Einführung, in: IJB Report, 22. Jahrgang 2004, Nr.1, S. 18-21, Internationale Jugendbibliothek, München,
Weblinks
- [http://www.goethe.de/ins/eg/prj/mal/arl/ein/de161137.htm Die arabische Literatur heute - aus Deutschland gesehen (von Stefan Weidner)]
- [http://www.goethe.de/ins/eg/prj/mal/arl/ein/de165738.htm Die moderne arabische Literatur: Grundzüge und Probleme (von Abdo Abboud)]
- [http://www.gep.de/entwicklungspolitik/2000/16faehndrich.htm Schreiben seit Jahrhunderten für Generationen auf Arabisch (von Hartmut Fähndrich)]
- [http://www.taz.de/pt/2004/09/18/a0211.nf/text Interview mit Verleger Hans Schiler über die arabische Literatur, die Besonderheiten des arabischen Buchmarkts]
- [http://www.ehrengast-arabische-welt.de/aktuell/de/list/ Ehrengast Arabische Welt auf der Frankfurter Buchmesse 2004]
- [http://www.litprom.de/ Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika]
- [http://www.unionsverlag.com/info/ Unionsverlag]
- [http://www.lenos.ch/ Lenos Verlag]
- [http://www.der-arabische-almanach.de/ Der arabische Almanach, Kulturzeitschrift für Arabien, Iran und Türkei]
- [http://www.isoplan.de/aid/2001-2/bibliographie.htm#Belletristik%20arabischer%20Autoren Belletristik arabischer Autoren in deutscher Übersetzung]
- [http://www.petra-duenges.de/ Kinder- und Jugendliteratur aus dem Arabischen]
- [http://www.liberaturpreis.org/ LiBeraturpreis - Leserpreis an Frauen aus Afrika, Asien und Lateinamerika]
Über die Zeit der Moderne muss noch geschrieben werden, die Stichworte in Listenform über Autoren und Dichter müssen in den Text eingearbeitet werden.
!Arabische Literatur
1913
Katastrophen
- 17. Oktober: Johannisthal, Deutschland. Das deutsche Marine-Luftschiff LZ 18 stürzt ab
Politik
- 1. Januar: Eduard Müller wird Bundespräsident der Schweiz
- 18. März: Georg I., König von Griechenland, wird von einem griechischen Revolutionär in Thessaloniki ermordet
- 24. Mai: Vermählung der Prinzessin Viktoria Luise von Preussen mit Herzog Ernst August von Hannover
- 29. Juni: Anfang des 2. Balkankriegs: Offensive Bulgariens gegen Mazedonien
- 29. Juli: Anerkennung der Unabhängigkeit Albaniens durch Europa
- 10. August: Das Abkommen von Bukarest besiegelt die Niederlage Bulgariens im Zweiten Balkankrieg
- 18. Oktober: Einweihung des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig durch Kaiser Wilhelm II.
- Die Zabern-Affäre
Wirtschaft
- 23. Dezember: In den USA wird durch einen Kongressbeschluss das Federal Reserve System eingeführt
Wissenschaft und Technik
- Niels Bohr postuliert sein Atommodell mit der Quantelung der Atomradien
- William Henry Bragg veröffentlicht die nach ihm benannte Reflexionsbedingung für Röntgenstralinterferenzen in Festkörpern (in: Proc. Roy. Soc. London (A) 88 (1913), 428)
- Kasimir Fajans und Frederick Soddy stellen die radioaktive Verschiebungssätze auf
- Henry Moseley stellt das nach ihm benannte Gesetz zur charakteristischen Strahlung der Elemente unter Einbeziehung des bohrschen Atommodells auf
- Charles Fabry entdeckt die Ozonschicht
Kultur
- 22. Januar: Uraufführung der komischen Oper Tante Simona von Ernst von Dohnányi an der Hofoper in Dresden
- 29. Mai: Le sacre du printemps wird in Paris uraufgeführt
- 24. August: In Kopenhagen wird die Kleine Meerjungfrau, die zum Wahrzeichen der Stadt wird, enthüllt
- 11. Oktober: Erster Freideutscher Jugendtag der Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner
- 11. Oktober: Uraufführung der Operette Die ideale Gattin von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien
- 21. Oktober: Uraufführung der Oper Der Jahrmarkt von Sorotschinzy (Orig.: Sorotschinskaja jarmarka) von Modest Petrowitsch Mussorgski am Freien Theater in Moskau
- 15. Dezember: Uraufführung der Oper Parisina von Pietro Mascagni am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 20. Dezember: Uraufführung des Operettenschwanks Der Nachtschnellzug von Leo Fall am Johann-Strauß-Theater in Wien
- 21. Dezember: Das erste Kreuzworträtsel der Welt erscheint in der Wochenendbeilage der Zeitung New York World
- In Babylon wird die Tempelanlage Zikkurat (der „Turm zu Babel“) wiederentdeckt
- The International Exhibition of Modern Art
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2. Januar: Josef Pekarek, österreichischer Fußballspieler († 1992)
- 5. Januar: César Marcelak, französischer Radrennfahrer († 2005)
- 6. Januar: Edward Gierek, polnischer kommunistischer Politiker, Staats- u. Parteichef 1970–80 († 2001)
- 6. Januar: Loretta Young, US-amerikanische Schauspielerin († 2000)
- 8. Januar: Berthold Bahnsen, friesisch-deutscher Politiker († 1971)
- 9. Januar: Richard Milhous Nixon, US-amerikanischer Politiker, 37. Präsident der USA († 1994)
- 10. Januar: Gustáv Husák, slowakischer Politiker und Staatspräsident († 1991)
- 10. Januar: Mehmet Shehu, albanischer Politiker und Premierminister († 1981)
- 12. Januar: Willi Birkelbach, deutscher Politiker
- 15. Januar: Lloyd Bridges, Schauspieler († 1998)
- 18. Januar: Danny Kaye, US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Sänger († 1987)
- 20. Januar: Karl Bewerunge, deutscher Politiker und MdB († 1993)
- 22. Januar: William John Conway, Kardinal und Erzbischof von Armagh († 1977)
- 24. Januar: Norman Dello Joio, US-amerikanischer Komponist
- 24. Januar: Wolf von Niebelschütz, deutscher Schriftsteller und Historiker († 1960)
- 25. Januar: Jürgen Aschoff, deutscher Biologe († 1998)
- 25. Januar: Witold Lutosławski, Polnischer Komponist und Dirigent († 1994)
- 28. Januar: Ernst Cramer, deutscher Publizist, Vorstand der Axel-Springer-Stiftung
- 29. Januar: Peter von Zahn, Rundfunk- und Fernsehjournalist († 2001)
- 3. Februar: Paula Acker, SED-Funktionärin († 1989)
- 4. Februar: Richard Seaman, britischer Rennfahrer († 1939)
- 4. Februar: Rosa Parks, US-amerikanische Bürgerrechtlerin († 2005)
- 9. Februar: Astrid Krebsbach, deutsche Tischtennisspielerin († 1995)
- 12. Februar: Walter Smetak, Schweizer Komponist († 1984)
- 15. Februar: Willy Vandersteen, belgischer Comic-Künstler († 1990)
- 16. Februar: Richard Jaeger, deutscher Politiker († 1998)
- 17. Februar: René Leibowitz, französischer Dirigent, Musikpädagoge, Schriftsteller und Komponist († 1972)
- 18. Februar: Arthur Axmann, HJ-Reichsjugendführer († 1996)
- 19. Februar: Wolf Schmidt, deutscher Journalist, Kabarettist und Schauspieler († 1977)
- 20. Februar: Rolf Italiaander, Schriftsteller († 1991)
- 21. Februar: Benjamin Bloom, US-amerikanischer Universitätsprofessor († 1999)
- 25. Februar: Gert Fröbe, deutscher Schauspieler († 1988)
- 25. Februar: Stephan László, österreichischer Bischof († 1995)
- 25. Februar: Victor-Emanuel Preusker, deutscher Politiker und Bankier († 1991)
- 26. Februar: Hermann Lenz, deutscher Schriftsteller († 1998)
- 27. Februar: Kazimierz Sabbat, Polnischer Jurist, Unternehmer und Politiker († 1989)
- 1. März: Hans Schwartz, deutscher Fußballspieler († 1991)
- 5. März: Josef Stroh, deutscher und österreichischer Fußballspieler († 1991)
- 5. März: Karl Ewald Böhm, deutscher Schriftsteller und Leiter der Zensurbehörde der DDR († 1977)
- 6. März: Alexander Iwanowitsch Pokryschkin, sowjetischer Pilot († 1985)
- 15. März: Jack Fairman, Autorennfahrer († 2002)
- 16. März: Rudi Schuricke, deutscher Sänger und Schauspieler († 1973)
- 18. März: H. S. Amerasinghe, Politiker aus Sri Lanka († 1980)
- 18. März: Hamilton Shirley Amerasinghe, UN-Politiker und Diplomat aus Sri Lanka († 1980)
- 18. März: René Clément, französischer Filmregisseur († 1996)
- 18. März: Werner Mölders, deutscher Luftwaffenoffizier im Zweiten Weltkrieg († 1941)
- 19. März: Günter Neumann, deutscher Komponist, Autor und Kabarettist († 1972)
- 21. März: George Abecassis, britischer Rennfahrer († 1991)
- 21. März: Paul Fröhlich, Mitglied des Politbüros des ZK der SED der DDR († 1970)
- 21. März: Werner Höfer, deutscher Journalist († 1997)
- 25. März: Josef Siedler, baden-württembergischer Politiker († 2005)
- 26. März: Bruce Low, niederländischer Schlager- und Gospelsänger († 1990)
- 26. März: Paul Erdös, Mathematiker († 1996)
- 30. März: Rudolf Noack, deutscher Fußballspieler († 1948)
- 3. April: Per Borten, norwegischer Politiker und Ministerpräsident († 2005)
- 5. April: Ruth Smith, färöische Malerin und Grafikerin († 1958)
- 6. April: Carmen Cavallaro, US-amerikanischer Musiker und Filmschauspieler († 1989)
- 10. April: Stefan Heym, deutscher Schriftsteller († 2001)
- 11. April: Egon Franke, deutscher Politiker († 1995)
- 15. April: Bärbel Inhelder, Schweizer Entwicklungspsychologin († 1997)
- 15. April: Hans Egon Holthusen, deutscher Dichter († 1997)
- 15. April: Lotte Strauss, deutsche Pathologin († 1985)
- 18. April: Werner Steinberg, deutscher Schriftsteller († 1992)
- 20. April: Willi Hennig, deutscher Zoologe, Phylogenetiker († 1976)
- 21. April: Josef Meinrad, österreichischer Kammerschauspieler († 1996)
- 21. April: Kai-Uwe von Hassel, deutscher Politiker († 1997)
- 21. April: Norbert Frýd, Schriftsteller und Publizist († 1976)
- 25. April: Earl Bostic, US-amerikanischer Altsaxophonist und Komponist († 1965)
- 26. April: Sigrid Hunke, Religionswissenschaftlerin und Germanistin († 1999)
- 27. April: Philip Hauge Abelson, US-amerikanischer Physiker und Chemiker († 2004)
- 27. April: Werner Sanß, Theologe und Friedensaktivist († 2004)
- 28. April: Reg Butler, britischer Bildhauer († 1981)
- 2. Mai: Pietro Frua, italienischer Automobildesigner († 1983)
- 3. Mai: Lothar Malskat, Maler, bekannt als „Fälscherkönig“ († 1988)
- 5. Mai: Grażyna Bacewicz, polnische Komponistin († 1969)
- 6. Mai: Stewart Granger, Schauspieler († 1993)
- 11. Mai: Robert Jungk, Publizist, Journalist und einer der ersten Zukunftsforscher († 1994)
- 13. Mai: William R. Tolbert Jr., Präsident von Liberia († 1980)
- 15. Mai: Heinz Haber, deutscher Physiker und Astronom († 1990)
- 15. Mai: Herbert Stockmann, deutscher Maler und Graphiker († 1947)
- 16. Mai: Woody Herman, US-amerikanischer Jazzmusiker, Klarinettist und Bandleader († 1987)
- 18. Mai: Charles Trenet, französischer Sänger, Komponist, Dichter und Maler († 2001)
- 18. Mai: Neelam Sanjiva Reddy, indischer Politiker und Staatspräsident († 1996)
- 18. Mai: Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph († 1994)
- 20. Mai: Isaak Pomerantschuk, russischer Physiker († 1966)
- 20. Mai: Isolde Oschmann, SED-Funktionärin der DDR
- 20. Mai: William Hewlett, Mitbegründer von Hewlett-Packard († 2001)
- 24. Mai: Roland Kohlsaat, deutscher Comiczeichner, Illustrator und Autor († 1978)
- 24. Mai: Willi Daume, NOK-Präsident († 1996)
- 26. Mai: Annemarie Ackermann, deutsche Politikerin und MdB († 1994)
- 26. Mai: Peter Cushing, Schauspieler († 1994)
- 26. Mai: Pierre Daninos, französischer Humorist und Schriftsteller († 2005)
- 27. Mai: Alfred Otto Wolfgang Schulze, Fotograf, Maler und Grafiker († 1951)
- 27. Mai: Wols, deutscher Maler, Zeichner, Grafiker († 1951)
- 31. Mai: Peter Frankenfeld, Schauspieler, Sänger und Entertainer († 1979)
- 1. Juni: Patrick Dalzel-Job, britischer Marineoffizier († 2003)
- 4. Juni: Arved Deringer, deutscher Politiker und MdB
- 6. Juni: Arno Behrisch, deutscher Politiker († 1989)
- 10. Juni: Tichon Nikolajewitsch Chrennikow, russischer Komponist
- 11. Juni: Vince Lombardi, Coach des American Footballs († 1970)
- 13. Juni: Manfred Lehmbruck, deutscher Architekt († 1992)
- 17. Juni: Felix Hartlaub, deutscher Schriftsteller († 1945)
- 18. Juni: Clifford Coffin, US-amerikanischer Fotograf († 1972)
- 18. Juni: Hermann Müller, deutscher Politiker († 1991)
- 18. Juni: Oswald Teichmüller, deutscher Mathematiker († 1943)
- 20. Juni: Laure Wyss, Schweizer Journalistin und Schriftstellerin († 2002)
- 21. Juni: Josef Brinkhues, Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland († 1995)
- 25. Juni: Wilhelm Sandfuchs, Kirchenjournalist († 1999)
- 26. Juni: Maurice V. Wilkes, britischer Informatiker
- 28. Juni: Franz Antel, österreichischer Regisseur, Produzent und Autor
- 30. Juni: Herta Heuwer, Erfinderin der Currywurst in Berlin († 1999)
- 3. Juli: Dorothy Kilgallen, US-amerikanische Schauspielerin und Fernsehmoderatorin († 1965)
- 10. Juli: Helmut Eschwege, deutscher Historiker und Dokumentarist († 1992)
- 12. Juli: Willis Eugene Lamb, US-amerikanischer Physiker
- 13. Juli: Maersk Mc-Kinney Moller, dänische Reeder und Großindustrieller
- 14. Juli: Fritz Erler, deutscher SPD-Politiker († 1967)
- 14. Juli: Gerald Ford, 40. Vizepräsident und 38. Präsident der USA
- 14. Juli: Mary Henle, Vertreterin der Gestalttheorie
- 16. Juli: Peter Van Eyck, Schauspieler († 1969)
- 17. Juli: Herman Felhoelter, US-amerikanischer Franziskanerpater und 'Kriegsheld' († 1950)
- 17. Juli: Roger Garaudy, französischer Schriftsteller, Philosoph und früherer Kommunist
- 17. Juli: Wilhelm Fresenius, deutscher Chemiker († 2004)
- 19. Juli: Ernst Scholz, Minister für Bauwesen der DDR († 1986)
- 22. Juli: Klaus Schmid-Burgk, deutscher Politiker und MdB († 1984)
- 23. Juli: Michael Foot, britischer Politiker
- 29. Juli: Erich Priebke, SS-Offizier, am Massaker bei den ardeatinischen Höhlen beteiligt
- 29. Juli: Hermann Barche, deutscher Politiker und MdB
- 1. August: Hajo Herrmann, Rechtsanwalt
- 1. August: Heinz Ellenberg, Biologe, Botaniker, Landschaftsökologe († 1997)
- 10. August: Wolfgang Paul, Physiker und Nobelpreisträger († 1993)
- 13. August: Makarios III. (Zypern), zypriotischer Geistlicher und Politiker († 1977)
- 15. August: Heinz Trökes, deutscher Maler und Grafiker († 1997)
- 16. August: Menachem Begin, israelischer Politiker († 1992)
- 17. August: Oscar Galvez, argentinischer Rennfahrer († 1989)
- 18. August: Gaetano Kanizsa, Psychologe († 1993)
- 18. August: Romain Maes, belgischer Radrennfahrer († 1983)
- 19. August: Armidio Gasparini, katholischer Ordensmann, Priester und Missionsbischof († 2004)
- 19. August: Philipp von Bismarck, deutscher Politiker und MdB
- 26. August: Boris Pahor, slowenischer Schriftsteller
- 26. August: Julius Döpfner, Kardinal († 1976)
- 30. August: Richard Stone, britischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger († 1991)
- 31. August: Bernard Lovell, englischer Astronom und Wegbereiter der Radioastronomie
- 2. September: Agnes-Marie Grisebach, deutsche Schriftstellerin
- 3. September: Alan Ladd, US-amerikanischer Filmschauspieler († 1964)
- 4. September: Joseph Anthony De Palma, Bischof von De Aar († 2005)
- 4. September: Kenzo Tange, Japanischer Architekt († 2005)
- 6. September: Leonidas da Silva, brasilianischer Fußballspieler († 2004)
- 12. September: Ettore Cella, Schweizer Schauspieler und Regisseur († 2004)
- 12. September: Jesse Owens, US-amerikanischer Leichtathlet († 1980)
- 14. September: Jacobo Arbenz Guzman, Präsident Guatemalas († 1971)
- 15. September: Hans Filbinger, deutscher Politiker (CDU)
- 17. September: Heinz Kapelle, Führer des KJVD in Berlin († 1941)
- 17. September: Robert Lembke, deutscher Journalist und Fernsehmoderator († 1989)
- 17. September: Mira Lobe, bedeutende österreichische Kinderbuchautorin († 1995)
- 18. September: Karl Reinthaler, österreichischer Politiker († 2000)
- 19. September: Anton Donhauser, deutscher Politiker († 1987)
- 19. September: Frances Farmer, US-amerikanische Schauspielerin († 1970)
- 25. September: Hermann Krings, deutscher Philosoph († 2004)
- 26. September: Berthold Beitz, deutscher Unternehmer
- 27. September: Albert Ellis, Psychologe, Psychotherapeut
- 29. September: Stanley Kramer, US-amerikanischer Regisseur und Filmproduzent († 2001)
- 30. September: Samuel Eilenberg, Polnischer Mathematiker († 1998)
- 2. Oktober: Annette Rogers, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 6. Oktober: Alexej Matschawariani, georgischer Komponist († 1995)
- 6. Oktober: Meret Oppenheim, Schweizer surrealistische Künstlerin und Lyrikerin († 1985)
- 8. Oktober: Franz Stadler, deutscher Funktionär, ADAC-Präsident 1972-89 († 2000)
- 10. Oktober: Claude Simon, französischer Schriftsteller († 2005)
- 15. Oktober: Wolfgang Lüth, U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg († 1945)
- 16. Oktober: Cesar Bresgen, österreichischer Komponist († 1988)
- 18. Oktober: Wilhelm Schröder, Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR († 1967)
- 19. Oktober: Vinícius de Moraes, brasilianischer Dichter und Gitarrist († 1980)
- 20. Oktober: Grandpa Jones, US-amerikanischer Country-Musiker († 1998)
- 20. Oktober: Johann Kurz, Priester, Rektor des Knabenseminars Hollabrunn († 1985)
- 22. Oktober: Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam, 13 († 1997)
- 22. Oktober: Hans-Peter Tschudi, Schweizer Politiker († 2002)
- 22. Oktober: Robert Capa, ungarisch-französischer Fotograf († 1954)
- 25. Oktober: Klaus Barbie, Nationalsozialist. 'Schlächter von Lyon' († 1991)
- 26. Oktober: Charlie Barnet, US-amerikanischer Jazz-Saxophonist († 1991)
- 2. November: Burt Lancaster, US-amerikanischer Film-Schauspieler († 1994)
- 3. November: Marika Rökk, ungarische Filmschauspielerin († 2004)
- 5. November: Gisela Andersch, deutsche Malerin, Graphikerin und Collagekünstlerin († 1987)
- 5. November: Vivien Leigh, britische Film- und Theaterschauspielerin († 1967)
- 7. November: Albert Camus, französischer Schriftsteller († 1960)
- 8. November: Ludwig Elsbett, Erfinder des Elsbett-Motor († 2003)
- 8. November: Rudolf Harbig, deutscher Leichtathlet († 1944)
- 9. November: Günter von Roden, Historiker und Archivar und Stadtarchivdirektor in Duisburg († 1999)
- 9. November: Hedy Lamarr, Schauspielerin und Erfinderin († 2000)
- 9. November: Sepp Kerschbaumer, Aktivist des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) († 1964)
- 10. November: Álvaro Barreirinhas Cunhal, portugiesischer Politiker ( - 2005)
- 13. November: Jack Dyer, Fußballspieler Australiens († 2003)
- 20. November: Libertas Schulze-Boysen, gehörte zur NS-Widerstandsgruppe 'Rote Kapelle' († 1942)
- 21. November: Max Sefrin, stellvertretender Ministerpräsident und Minister der DDR
- 21. November: Volker von Collande, deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur († 1990)
- 22. November: Benjamin Britten, englischer Komponist († 1976)
- 24. November: Geraldine Fitzgerald, irisch-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin († 2005)
- 27. November: Lewis Coser, US-amerikanischer Soziologe († 2003)
- 30. November: Elisabeth Scherer, deutsche Schauspielerin
- 1. Dezember: Hans Glinz, Schweizer Sprachwissenschaftler und Germanist
- 3. Dezember: Gerry Healy, trotzkistischer Politiker († 1989)
- 4. Dezember: Johann Cilenšek, deutscher Komponist († 1998)
- 6. Dezember: Eleanor Holm, US-amerikanische Schwimmerin († 2004)
- 9. Dezember: Friedrich Dickel, Minister des Inneren der DDR († 1993)
- 10. Dezember: Morton Gould, US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist († 1996)
- 11. Dezember: Jean Marais, französischer Schauspieler († 1998)
- 11. Dezember: Mary Martin, US-amerikanische Schauspielerin († 1990)
- 18. Dezember: Alfred Bester, US-amerikanischer Science-Fiction-Autor († 1987)
- 18. Dezember: Willy Brandt, deutscher Politiker, Bundeskanzler der BRD († 1992)
- 21. Dezember: Heinz Conrads, österreichischer Schauspieler und Wienerlied-Interpret († 1986)
- 22. Dezember: Rudolf Krämer-Badoni, deutscher Schriftsteller († 1989)
- 25. Dezember: Henri Nannen, deutscher Verleger und Publizist († 1996)
- 29. Dezember: Pierre Werner, luxemburgischer Politiker († 2002)
- 2. Januar: Julius Euting, Bibliothekar ( - 1839)
- 2. Januar: Léon-Philippe Teisserenc de Bort, franz. Meteorologe und Entdecker der Stratosphäre ( - 1855)
- 4. Januar: Alfred Graf von Schlieffen, Generalfeldmarschall im Deutschen Reich ( - 1833)
- 4. Januar: Alfred von Schlieffen, preußischer Generalfeldmarschall ( - 1833)
- 4. Januar: Fredrik Hjalmar Johansen, norwegischer Polarforscher ( - 1867)
- 5. Januar: Louis Paul Cailletet, französischer Physiker ( - 1832)
- 20. Januar: Karl Wittgenstein, Unternehmer ( - 1847)
- 4. Februar: Franz Xaver Nagl, österreichischer Priester und Theologe ( - 1855)
- 17. Februar: Joaquin Miller, US-amerikanischer Schriftsteller ( - 1839)
- 20. Februar: Robert von Lieben, österreichischer Physiker ( - 1878)
- 22. Februar: Ferdinand de Saussure, Schweizer Sprachwissenschaftler ( - 1857)
- 22. Februar: Francisco Madero, mexikanischer Revolutionär und Präsident Mexikos ( - 1873)
- 24. Februar: Wilhelm Kress, Flugpionier und Konstrukteur ( - 1836)
- 26. Februar: Bernhard Draeseke, deutscher Komponist ( - 1835)
- 28. Februar: Henry James, US-amerikanischer Schriftsteller ( - 1843)
- 1. März: Carl Jatho, evangelischer Pfarrer ( - 1851)
- 10. März: Harriet Tubman, US-amerikanische Widerstandskämpferin ( - 1826)
- 11. März: Carl Diercke, deutscher Kartograf ( - 1842)
- 18. März: Georg I., König von Griechenland ( - 1845)
- 30. März: Hans Arnold, deutscher Bildhauer ( - 1860)
- 31. März: John Pierpont Morgan, US-amerikanischer Unternehmer und Bankier ( - 1837)
- 1. April: Otto March, deutscher Architekt ( - 1845)
- 6. April: Adolf Slaby, erste Ordinarius für Elektrotechnik an der TH Berlin ( - 1849)
- 14. April: Carl Hagenbeck, deutscher Tierhändler und Zoodirektor ( - 1844)
- 18. April: Lester Frank Ward, US-amerikanischer Soziologe ( - 1841)
- 19. April: Hugo Winckler, deutscher Archäologe und Sprachwissenschaftler ( - 1863)
- 27. April: Gabriel von Seidl, deutscher Architekt und Vertreter des Historismus ( - 1848)
- 29. April: Erich Schmidt, deutscher Literaturhistoriker ( - 1853)
- 16. Mai: Louis Perrier, Schweizer Politiker ( - 1849)
- 25. Mai: Alfred Redl, Oberst der österreichisch-ungarischen Armee und russischer Spion ( - 1864)
- 4. Juni: Léon Deubel, Französischer Lyriker ( - 1879)
- 26. Juni: Jonathan Hutchinson, englischer Chirurg und Pathologe ( - 1828)
- 8. Juli: Louis Hémon, französischer Schriftsteller ( - 1880)
- 21. Juli: Hermann Credner, deutscher Geowissenschaftler ( - 1841)
- 29. Juli: Tobias Asser, niederländischer Jurist und Politiker ( - 1838)
- 29. Juli: Tobias Michael Carel Asser, niederländischer Jurist und Politiker ( - 1838)
- 1. August: Lesja Ukrainka, ukrainische Dichterin, Dramaturgin und Übersetzerin ( - 1871)
- 8. August: Hermann Harry Schmitz, Verfasser grotesker Erzählungen und Einakter sowie Essayist ( - 1880)
- 13. August: August Bebel, führender deutscher Sozialdemokrat ( - 1840)
- 31. August: Erwin Bälz, Leibarzt der Kaiserlichen Familie in Japan ( - 1849)
- 25. September: Herbert William Garratt, englischer Lokomotivkonstrukteur ( - 1864)
- 29. September: Rudolf Diesel, Erfinder des Dieselmotors ( - 1858)
- 10. Oktober: Gregorio María Aguirre García, Erzbischof von Toledo und Kardinal ( - 1835)
- 14. Oktober: Norbert Hanrieder, österreichischer Mundartdichter und Priester ( - 1842)
- 16. Oktober: Ralph Rose, US-amerikanisc
1938
Politik
- 1. Januar: Der chinesische Ministerpräsident Chiang Kai-shek legt sein Amt nieder
- 1. Januar: Änderung des dänischen Erbgesetzes. Uneheliche Kinder werden ehelichen Kindern gleichgestellt
- 1. Januar: Johannes Baumann wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Aufgrund der steigenden Zahl von Verkehrsopfern treten neue Verkehrsregeln in Kraft. Dazu gehört vor allem das unbedingte Rechtsfahrgebot auf allen Straßen
- 1. Januar: Alle nach den Nürnberger Gesetzen jüdischen Ärzte werden aus der Ersatzkassenpraxis im Deutschen Reich ausgeschlossen
- 1. Januar: Juden im Deutschen Reich wurde das Betreiben von Einzelhandelsgeschäften und Handwerksbetrieben, das Anbieten von Waren und Dienstleistungen untersagt
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